Themenfelder

Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen hat viele Facetten. Wir wollen für verschiedene Themenbereiche die bestehenden Herausforderungen skizzieren, Erfolgsfaktoren für deren Bewältigung identifizieren und konkrete Instrumente vorstellen, mit denen den Herausforderungen begegnet werden kann.

Dabei geht es nicht allein um Lösungsansätze für die jeweiligen Themenfelder. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen bietet allen Beteiligten die Möglichkeit, Haltungen – ein zentrales Thema für gelingende Partnerschaften zwischen Eltern und Schulen – zu reflektieren.

Gemeinsam mit den kommunalen Akteuren konnten die folgenden sieben Themenfelder identifiziert werden, die für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zentral sind. Diese wurden im Projektverlauf mit Inhalt und konkreten Beispielen aus den Kommunen gefüllt.

Themenfelder im Rahmen des Projektes "Eltern & Schulen"

Vielfalt der Elternschaft – Unterschiedliche Eltern-Milieus erreichen

Einleitung

Einleitung

Familien unterscheiden sich in spezifischen Merkmalen, wie ihren Bildungsgewohnheiten, ihrer Herkunft, ihrer sozioökonomischen Zugehörigkeit, ihren Werten und Vorlieben. Dies macht es notwendig, ihnen in ihren Bedürfnissen individueller zu begegnen. Es ist daher ein wichtiger Schritt, Eltern in ihrer Unterschiedlichkeit wahrzunehmen und anzuerkennen [Bartscher, Matthias/Boßhammer, Herbert/Kreter, Gabriela/Schröder, Birgit (2010): Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Rahmenkonzeption für die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern in Ganztagsschulen. In: Institut für soziale Arbeit e. V. Münster/Serviceagentur „Ganztägig lernen in Nordrhein-Westfalen“ (Hrsg.): Der GanzTag in NRW – Beiträge zur Qualitätsentwicklung. 6. Jahrgang, Heft 18. S. 30.] . Familien gleichWERTIG zu behandeln kann dann bedeuten, milieuspezifische Ansprachen und Angebote zu gestalten. Die Sinus-Milieu-Studie bietet dazu aus langjähriger Forschung fundierte Erkenntnisse.

ISA-NRW Nähere Erklärungen zum Milieu-Ansatz im Zusammenhang mit dem Thema Bildungs- und Erziehungspartnerschaften im Heft „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Rahmenkonzeption für die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern in Ganztagsschulen“

 

Ausgangslagen

Ausgangslagen

Alle drei Projektkommunen berichten von einer eher heterogenen Elternschaft. Nicht alle Eltern werden durch Lehr- und Fachkräfte erreicht. Dies betrifft insbesondere Eltern-Milieus, bei denen eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule den Bildungserfolg der Kinder begünstigen würde. In Schulen mit einem hohen Anteil an Familien mit Zuwanderungshintergrund erschweren Sprachbarrieren die Kommunikation untereinander.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Die Schulen

  • kennen die unterschiedlichen Lebenssituationen der Familien.
  • erkennen die zahlreichen Ressourcen der verschiedenen Eltern-Milieus und nutzen dieses Wissen für die Zusammenarbeit. 
  • verfügen über ein breites Portfolio an differenzierter und wertschätzender Kommunikation mit Eltern (z. B. motivierende Gesprächsführung).
  • gewinnen oder nutzen Kontakte zu Akteuren, die die Zusammenarbeit mit Familien unterstützen können.
  • arbeiten mit Stadtteilbüros und Bildungsnetzwerken zusammen.
  • setzen Brückenbauer*innen ein, u. a. zur Überwindung von Sprachbarrieren und zur Unterstützung der Kontaktaufnahme im geschützten Umfeld.
  • verfügen über Kenntnisse des Milieu-Ansatzes.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Mikroprojekt „Eltern machen Schule – erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern durch aktive Elternbegleitung“:

Aktive Begleitung der Eltern durch Kooperationspartner (Arbeiterwohlfahrt, IFAK e. V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit) und eine Stadtteilmutter als Brückenperson

Mikroprojekt „Ein gemeinsames Logbuch für die 4. und 5. Klassen in Wattenscheid“:

Erleichterung der Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule durch eine Vereinheitlichung/Angleichung der Kommunikationswege an Grund- und weiterführenden Schulen (Link zum Mikroprojekt: https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/ein-gemeinsames-schul-logbuch-fuer-die-4-und-5-klassen-in-wattenscheid

Castrop-Rauxel:

Mikroprojekt „Gemeinsam Spielen“: Spielenachmittage zum niedrigschwelligen Kontaktaufbau und zur Intensivierung des Informationsaustausches zwischen Familien und Schule

Mülheim an der Ruhr:

Mikroprojekt „Lindgrens Post – einfache Kommunikationswege zwischen Schule und Elternhaus“: Erstellung einer Kommunikationsmappe zur transparenten, einfachen und einheitlichen Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule (Link zum Mikroprojekt: https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/lindgrens-post-einfache-kommunikationswege-zwischen-schule-und-elternhaus)

Mikroprojekt „Mülheim Scouts“: Kooperationsprojekt zwischen Grund- und Realschule für neu zugewanderte und ortsfremde Familien, um ihren Sozialraum kennenzulernen und Schule als Ort der Begegnung wahrzunehmen (Link zum Mikroprojekt: https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/muelheim-scouts

Leitfragen

Leitfragen

Die folgenden Leitfragen können in der fachlichen Auseinandersetzung mit vielfältigen Eltern-Milieus gestellt werden. Ein differenzierter Blick wird durch eine grundsätzlich positive und wohlwollende Haltung den Familien gegenüber unterstützt.

  • Wie können die vorhandenen Formate, wie zum Beispiel Elternsprechtage, Elternabende oder Elternmitwirkungsgremien, auf die unterschiedlichen Eltern-Milieus zugeschnitten werden?
  • Auf welche Kompetenzen einer eher heterogenen Elternschaft kann in der Entwicklung von Angeboten zurückgegriffen werden? Welche Kompetenzen benötigen Eltern, um im Rahmen des Formats mitwirken zu können? Und wie können wir diese Kompetenzen stärken?
  • Für welche Eltern ist welche Form der Unterstützung geeignet?
  • Was hindert welche Eltern an der Teilnahme? [Bartscher, Matthias/Boßhammer, Herbert/Kreter, Gabriela/Schröder, Birgit (2010): Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Rahmenkonzeption für die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern in Ganztagsschulen. In: Institut für soziale Arbeit e. V. Münster/Serviceagentur „Ganztägig lernen in Nordrhein-Westfalen“ (Hrsg.): Der GanzTag in NRW – Beiträge zur Qualitätsentwicklung. 6.Jahrgang, Heft 18. S. 33.]
  • Wie können ggfs. Barrieren abgebaut werden, die bestimmte Eltern-Milieus an der Teilnahme am Format hindern?

 

Herausforderung Übergang – Den Wechsel zwischen Bildungseinrichtungen begleiten

Einleitung

Einleitung

Übergänge zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen stellen für Kinder sowie deren Eltern eine Herausforderung dar. Das gilt insbesondere für den Übergang von der Grund- in die weiterführende Schule, der eine entscheidende Weichenstellung für den Verlauf der Bildungsbiografie bedeutet und bei Kindern und Eltern von Unsicherheit begleitet ist. 

Die Entwicklung kommunaler Übergangskonzepte erzeugt Sicherheiten für Schulen, kommunale Akteure wie Bildungsbüros und Schulverwaltung sowie für die Endzielgruppe Schüler*innen und ihre Eltern.

Ausgangslagen

Ausgangslagen

  • Zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen besteht eine Kooperationsvereinbarung, die unter anderem die Zusammenarbeit im Übergang thematisiert. Die tatsächliche Zusammenarbeit in den Sozialräumen variiert.
  • Innerhalb von weiteren Projektbeteiligungen (z. B. „Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule - ÜKiGs“) steht das Thema Bildungs- und Erziehungspartnerschaft im Übergang ebenfalls im Fokus.
  • Im Übergang Klasse 4/5 gibt es in Schulen unterschiedliche Konzepte, allerdings keine allgemeine Vorgehensweise.
  • Ein gesamtstädtisches Übergangskonzept besteht in der Regel nicht.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die nachfolgenden Ziele konnten als übergeordnete Ziele identifiziert werden. Die Kommunen haben jeweils eigenständige Zielformulierungen erarbeitet.

  • Der Ablauf des Übergangs ist für Familien transparent. Sie kennen das Bildungssystem, die lokale Schullandschaft sowie die Erwartungen, die in den jeweiligen Schulformen an sie gestellt werden. Eltern fühlen sich kompetent und gestärkt.
    • Familien steht Informationsmaterial in verschiedenen Formaten (digital und in Printform) und in ihren Familiensprachen zur Verfügung.
  • Ein frühzeitiger Beziehungsaufbau zwischen Familien und schulischen Akteuren reduziert Hemmnisse und Fehlentscheidungen beim Übergang.
  • Die Grundschulen, weiterführenden Schulen sowie die Kitas im Quartier sind untereinander vernetzt und haben ein abgestimmtes Konzept zum Übergang.
    • Das Kommunale Bildungsbüro/die federführende Institution kennt diese Konzepte und führt sie in einem transparenten Leitfaden zusammen.
Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Zusammenarbeit des Regionalen Bildungsbüros mit bestehenden Netzwerken zwischen Kita und Grundschule und den Grund- und weiterführenden Schulen, der Schulaufsicht und dem Kommunalen Integrationszentrum bzgl. Mehrsprachigkeit;
  • Austausch mit Vertreter*innen der Schulpflegschaft, Jugendamtselternbeirat etc.; Steuerung durch das Regionale Bildungsbüro
  • Familien haben grundlegende Kenntnisse vom lokalen Bildungssystem; Informationen dazu stehen in unterschiedlichen Familiensprachen bereit; Schulen im Team-Film „Wohin nach der Grundschule?“ (mehrsprachig)
  • Eltern aus einem bildungsfernen Milieu werden bei der Schulanmeldung und Einschulung engmaschig begleitet.
  • Schüler*innen sind auf den Übergang zur weiterführenden Schule gut vorbereitet worden und fühlen sich gestärkt.
    • Kompetenzpass dient der Darstellung von Schüler*innen-Kompetenzen, die nicht auf dem Zeugnis sichtbar sind (RuhrFutur Projekt „Schulen im Team“).
    • „All about Me“ (Arbeitsheft für das Fach Englisch – Übergang Grundschule in die weiterführende Schule) – Entwicklung in einem Netzwerk des Projektes Schulen im Team
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Schulwegweiser zum Übergang in die weiterführende Schule

Informationsveranstaltung in Stadtbezirken zum Übergang in die 5. Klasse

Mikroprojekt: „Gemeinsames Schul-Logbuch für die 4. und 5. Klassen in Wattenscheid“ (Link zum Mikroprojekt: https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/ein-gemeinsames-schul-logbuch-fuer-die-4-und-5-klassen-in-wattenscheid)

Kompetenzpass: Selbst- und Fremdeinschätzungsinstrument für Schüler*innen am Übergang zur weiterführenden Schule – wird von Lehrkräften bspw. als Grundlage für Elterngespräche genutzt und um das Kind vorab kennenzulernen.

Castrop-Rauxel:

Mikroprojekt: Mehrsprachiger Vortrag über das Schulsystem in NRW: Einsatz von Dolmetschern

Peer-to-Peer-Befragung von Schüler*innen am Übergang JgSt. 4–5: Welche Themen und Bedürfnisse haben Schüler*innen in dieser Phase 

Stärkung der Elternkompetenzen: „Elternuniversität“ – Weiterbildung für Eltern, Lehr- und Fachkräfte zu verschiedenen Erziehungs- & Bildungsthemen

Mülheim an der Ruhr:

Mikroprojekt „Mülheimer Schultüte“: Kooperationsprojekt von Grundschulen und der Familienbildung für Eltern von Kindern am Übergang zur weiterführenden Schule, Informationen zum Bildungssystem und Möglichkeiten der Lernunterstützung

Lehrkräfte, Fachkräfte und Eltern – Gegenseitige Erwartungen klären und Rollenklarheit schaffen

Einleitung

Einleitung

Ein Schlüsselfaktor für eine gelingende Partnerschaft ist die Haltung der beteiligten Akteure:

Wie schauen Lehrkräfte auf Eltern? Welches Bild haben Eltern von der Schule und den dort tätigen Lehr- und Fachkräften? Wie nehmen sich die unterschiedlichen Professionen, die an der Schule und in ihrem Umfeld aktiv sind, gegenseitig wahr? Welche gegenseitigen Erwartungen bestehen? Eine Haltung gegenseitiger Wertschätzung und partnerschaftlicher Zusammenarbeit lässt sich jedoch nicht verordnen. Um eine derartige Haltung zu befördern, geht es vielmehr darum, den beteiligten Akteuren die Möglichkeit zu eröffnen, die eigene Haltung und Rolle zu reflektieren und Veränderungsmöglichkeiten ins Bewusstsein zu rufen. In einem derartigen Klärungsprozess – ob auf schulischer, kommunaler oder regionaler Ebene – kann auch die folgende Frage geklärt werden: „Welche Vorstellungen liegen unserem Verständnis einer gelingenden Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zugrunde?“

Ausgangslagen

Ausgangslagen

Aufgrund unklarer gegenseitiger Erwartungen von Eltern einerseits und Lehr- und Fachkräften andererseits entstehen Missverständnisse und Konflikte.

Bochum:  

  • Hoher Anteil von Familien mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund
  • Sprachbarrieren
  • Hemmschwellen der Eltern im Kontakt mit Schulen

Mülheim an der Ruhr:

  • Heterogene Klientel, viele Familien mit Migrationshintergrund, viele neu zugewanderte Familien
  • Sprachbarrieren
  • unterschiedliche, teilweise schambehaftete Bildungshintergründe (bis hin zum Analphabetismus)
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die nachfolgenden Ziele konnten als übergeordnete Ziele identifiziert werden. Die Kommunen haben jeweils eigenständige Zielformulierungen erarbeitet.

Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren bringt es mit sich, dass divergierende Vorstellungen, Erfahrungen und Ideen vorhanden sind, wie das Ziel, in diesem Fall eine gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern, zu erreichen sei. Damit diese Vielfalt als Ressource genutzt werden kann, ist es sinnvoll, innerhalb bestehender Kooperationen und Netzwerkstrukturen zu klären, in welchen Bereichen man ein gemeinsames Verständnis voraussetzen kann, wo Widersprüche sichtbar werden und an welchen Stellen neue Einsichten für gemeinsame Veränderungen entstehen. Die Klärung einer professionellen Haltung zeigt sich in der Praxis darin, dass sich die Zusammenarbeit unter den Kooperationspartner*innen und zwischen Eltern und Schule vertrauensvoll und tragfähig gestaltet.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Mögliche Instrumente: schriftliche Vereinbarungen, Eingangsgespräche, regelmäßige Kommunikation, Schulentwicklungsprozesse für Rollenklarheit zwischen Lehr- und Fachkräften sowie Eltern.
  • Es wird mit Eintritt in die Schule eine Willkommenskultur gepflegt.
  • Es findet ein gegenseitiger Austausch über die jeweiligen Erwartungen statt; dabei formulieren Eltern ihre Erwartung an Schule und Schule formuliert ihre Erwartungen an Eltern.
  • Eltern kennen die wichtigsten schulischen und außerschulischen Ansprechpartner*innen.
  • Elterliches Engagement wird wertgeschätzt.
  • Die Schule richtet niedrigschwellige Aufenthaltsorte ein, die durch eine ansprechende Gestaltung eine für Eltern angenehme Atmosphäre schaffen.

Bochum:  

  • Direkter und persönlicher Kontakt auf Augenhöhe mit den Eltern
  • Niedrigschwellige Angebote im geschützten Umfeld
  • Transparenz und Kommunikation zwischen Eltern und Akteuren

Mülheim an der Ruhr:

  • Gegenseitige Erwartungen müssen benannt werden
  • Eigene Rolle/Haltung/Aufgabe klären
  • Eltern müssen wissen, was Schule von ihnen erwartet, und Schule muss wissen, was Eltern von ihr erwarten und was Eltern in der Lage sind zu leisten

 Weitere Informationen finden Sie hier:

  • ISA Publikationen:
    • „Eltern aktiv – kreative Wege der Mitgestaltung in der Ganztagsschule“ – (Nina Andernach, Herbert Boßhammer, Birgit Schröder (Hg.); Heft 30, 11. Jahrgang 2015, 66 Seiten)
    • „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Rahmenkonzeption für die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern in Ganztagsschulen.“ – (Matthias Bartscher, Herbert Boßhammer, Gabriela Kreter, Birgit Schröder; Heft 18, 6. Jahrgang 2010, 82 Seiten)
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum: Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Bochum

Mülheim an der Ruhr:

Rollenklärung, Auseinandersetzung mit Haltungen sowie Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Bildungs- und Erziehungspartnerschaft als Effekt der Schulentwicklungsberatung (siehe Kommunales Konzept Kapitel 4.4.1. Astrid-Lindgren-Schule)

Leitfragen

Leitfragen

Leitfragen zur Selbstreflexion für Eltern UND Lehr- und Fachkräfte:

  • Was ist mir als Elternteil in der Zusammenarbeit mit den Lehrkräften besonders wichtig?
  • Was ist mir als Lehrkraft in der Zusammenarbeit mit den Eltern besonders wichtig?
  • Was würde mich besonders ärgern? Was würde mich besonders erfreuen?
  • Was weiß ich über den Schulalltag der Lehrkraft? Was weiß ich über den Alltag der Familien?
  • Welche Stärken sehe oder vermute ich in der Familie? Welche Stärken sehe oder vermute ich bei der Lehrkraft bzw. den Lehrkräften?
  • Welche Unterstützung wünsche ich mir als Elternteil von der Schule? In welchen Bereichen würde ich die Schule gerne unterstützen?
  • Welche Erwartungen habe ich an Eltern?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie diese Erwartungen erfüllen können?
  • In welchen Situationen habe ich Kontakt mit Eltern?
  • Auf welche Weise kommuniziere ich mit Eltern?
  • Warum will ich Eltern einbeziehen?

Bildung- und Erziehungspartnerschaft als Teil der Schulentwicklung – Bildungs- und Erziehungspartnerschaften systematisch in der Schule verankern

Einleitung

Einleitung

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft entsteht nicht von selbst, sondern muss in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet werden.

Dabei sind nicht nur die Eltern-Milieus verschieden, auch jede Schule und jede Schulform steht vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist für eine gelingende Bildungsbiografie eine wesentliche Voraussetzung. Die Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten von Eltern innerhalb der Schule regelt das Schulgesetz.

Die Ausgestaltung der gesetzlichen Möglichkeiten sowie die Initiierung neuer Ansätze können nur in der konkreten Zusammenarbeit vor Ort geschehen. Praxisbeispiele sind unter der Rubrik Aktivitäten und Mikroprojekte (https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten) zu finden.

Ausgangslagen

Ausgangslagen

Bochum:  

Schulen müssen sich auf Veränderungen in der gesellschaftlichen Entwicklung und geänderte Rahmenbedingungen anpassen, bspw. neue Anforderungen durch die EU-Gesetze zum Thema Inklusion. Dabei müssen Eltern als wichtigster Bildungsakteur am Entwicklungsprozess beteiligt werden.

Mülheim an der Ruhr:

Siehe Kommunales Konzept Kapitel 4 – Schulentwicklung als zentraler Baustein in der gesamtstädtischen Bildungsarbeit

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die nachfolgenden Ziele konnten als übergeordnete Ziele identifiziert werden. Die Kommunen haben jeweils eigenständige Zielformulierungen erarbeitet.

  • Die Zusammenarbeit mit Eltern ist im Schulprogramm verankert und wird gelebt. Dies umfasst eine vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften einerseits und Fachkräften des Ganztags andererseits.
  • Im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen verständigen sich die in der Schule aktiven Akteure über die Rolle der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen. Dabei werden alle Akteure des Kollegiums, Schulsozialarbeit, Eltern, Vertreter*innen der Jugendhilfe beteiligt.
  • Es wird geklärt, welches Ideal zugrunde liegt, welche Ziele verfolgt werden und mit welchen konkreten Maßnahmen man diese erreicht.

Bochum: Schaffung eines gemeinsamen Bildungs- und Lebensortes Schule, mit transparenten und inklusiven Beteiligungsstrukturen. Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau einer partnerschaftlichen Haltung.

Mülheim an der Ruhr: Haltung zur Bildungspartnerschaft als Voraussetzung, um Ziel der Implementierung einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu erreichen.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Die Eltern/Erziehungsberechtigten erhalten alle für das Schulleben wichtigen Informationen.
  • Für Eltern/Erziehungsberechtigte mit geringen Deutschkenntnissen werden die Informationen entsprechend aufbereitet.
  • Die Lehrkräfte motivieren neu zugewanderte Eltern/Erziehungsberechtigte, sich in den Mitwirkungsgremien zu beteiligen.
  • Lehrkräfte und Eltern/Erziehungsberechtigte begegnen sich bei der Wahrnehmung des Erziehungs- und Bildungsauftrags als gleichberechtigte Partner.
  • Die Vorschläge der Eltern/Erziehungsberechtigten werden vonseiten der Lehrkräfte wertgeschätzt und ernst genommen.

Bochum:

  • Herausforderung gemeinsame Schulentwicklung: Kompetenzteams und Schulsozialarbeit zusammenbringen
  • Partizipation, Haltung und Transparenz
  • Kooperation mit externem Projektpartner Progressiver Eltern- und Erzieherverband NW e. V.

Mülheim an der Ruhr:

  • Bildungs- und Erziehungspartnerschaft wird in Schule von allen „gelebt“; Bewusstsein darüber, dass in der Praxis das Ziel der Partnerschaft in der Wahrnehmung teilweise verschwimmen kann („Schule hat den längeren Arm“)
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Schulentwicklungsvorhaben „Schule gemeinsam gestalten“

Mülheim an der Ruhr:

Schulentwicklungsberatung in drei beteiligten Projektschulen, die eng mit dem Regionalen Bildungsbüro rückgekoppelt werden (siehe Kommunales Konzept, Kapitel Schulentwicklung)

Leitfragen

Leitfragen

  • Wie können Schulen für den Schulentwicklungsprozess gewonnen werden?
  • Welchen Stellenwert hat das Thema Zusammenarbeit mit Eltern in dem Entwicklungsprozess der Schule?
  • Welches Ziel verfolgt die Schule mit der Zusammenarbeit mit Eltern?
  • Wo stehen wir bei der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen? (Ausgangspunkt: rechtliche Vorgaben und Möglichkeiten der Schulmitwirkungsgremien)
  • Wie gewinne ich (als Schulleitung) das Kollegium?
  • Wie können Eltern in die Schulentwicklung einbezogen werden?
  • Wie wird die Zusammenarbeit zwischen Kollegium/Sozialarbeit und multiprofessionellen Teams gestaltet?

Empowerment – Kompetenzen der Eltern erkennen und fördern

Einleitung

Einleitung

Wenngleich nahezu alle Eltern ihre Kinder bestmöglich auf dem Bildungsweg unterstützen möchten, kennen sie nicht gleichermaßen die Möglichkeiten, dies zu tun. Empowerment als Methode psychosozialer Arbeit setzt auf mutmachende Prozesse und Maßnahmen, in diesem Fall für Eltern, die Benachteiligung und Ausgrenzung erlebt haben. Sie sollen sich ihrer eigenen Stärken bewusst werden und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für ihre eigenen Belange selbst einsetzen. Für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter*innen bedeutet Empowerment, dass sie Eltern im Schulleben Gestaltungsräume zur Verfügung stellen, die Erfahrungen der Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung ermöglichen.

Ausgangslagen

Ausgangslagen

  • Nicht alle Eltern sind gleichermaßen über das Schulsystem sowie über die Unterstützungsangebote im Sozialraum informiert. Sie wissen wenig darüber, was im Schulalltag von ihnen erwartet wird.
  • Kompetenzen der Eltern werden häufig nicht als solche erkannt und werden daher im Schulalltag nicht genutzt.

Bochum:

Adressierung eines Problems mit viel Potenzial auf der Bochumer Präventions- und Bildungskonferenz 2018. Wie können Eltern in Schulgremien gestärkt werden und effizient mitgestalten?

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die nachfolgenden Ziele konnten als übergeordnete Ziele identifiziert werden. Die Kommunen haben jeweils eigenständige Zielformulierungen erarbeitet.

  • Die Kompetenzen und Stärken der Eltern werden durch Lehr- und Fachkräfte systematisch in den Blick genommen und wertgeschätzt. Eltern werden unterstützt, ihre Kompetenzen zu entfalten und einzubringen.
  • Informationen werden auf vielfältige Weise angeboten.

Bochum:

  • Unterstützung der Eltern in der Wahrnehmung ihrer ehrenamtlichen Gremienarbeit       
  • Stärkung des Interesses an der Gremienarbeit
  • Information über Beteiligung von Eltern auf kommunaler Ebene
  • Langfristig sollten Eltern eine Stadtelternschaft gründen, um auf kommunaler Ebene die Interessen der Schüler*innen aus der Elternperspektive zu unterstützen.

Mülheim an der Ruhr:

  • Eltern in ihrer Rolle eines zukünftigen Schulkindes stärken
  • Gemeinsame Erziehungs- und Bildungsverantwortung von Eltern und Schule stärken
  • Förderung der Bildungskompetenzen der Eltern
Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren

  • Eltern erhalten unbürokratische Hilfe für die Bewältigung ihres Alltags (z. B. Begleitung bei Behördengängen), um „unsichtbare Barrieren“ zu reduzieren und Erfahrung von Diskriminierung zu mindern.
  • Es werden Formen zielgruppenspezifischer Elternbildung angeboten. Dabei werden Eltern mit ähnlichen Problemlagen und ähnlichen Fragestellungen zusammengebracht. Dies schafft die Möglichkeit, neue Kenntnisse voneinander und miteinander zu gewinnen.
  • Niedrigschwellige Angebote, wie zum Beispiel Elterncafés, schaffen Möglichkeiten, schulische und persönliche Anliegen zu besprechen.
  • Innerhalb oder außerhalb der Schule können Eltern an Elternprogrammen, wie z. B. Rucksack-Schule, teilnehmen.

Bochum:

  • Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern wie Landeselternschaft Grundschulen NW e. V.
  • Elternarbeit in der Öffentlichkeit wertschätzen
  • Fortbildungen ermöglichen

Mülheim an der Ruhr:

  • Einbezug der Bildungsnetzwerke
  • Einladung direkt an die Eltern
  • Mehrsprachige Elternbriefe
  • Persönliche Ansprache der Eltern durch Brückenbauer*innen und Fachkräfte
  • Brückenbauer*innen: mehrsprachige Mütter aus dem jeweiligen Stadtteil, die guten Zugang haben
  • Miteinbeziehen der umliegenden Kitas (oder generell des Sozialraums)
  • Niederschwelliges Angebot
  • Aktive Einbeziehung der Eltern: Bedarfe und Wünsche aufgreifen
  • Externe Referent*innen zur Themenvermittlung
  • Kinderbetreuung zur Entlastung der Eltern
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Eltern-Empowerment in Schulgremien mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Landeselternschaft Grundschulen (siehe Kommunales Konzept Kapitel 5.2.4.)

Mikroprojekt „Nach den Stärken greifen – Gelingende Partnerschaft zwischen Eltern und Schule" (siehe Kommunales Konzept Kapitel 5.3.3.)

Format „Familienklassen“ (Kommunales Konzept Kapitel 5.1.1.)

Mikroprojekt „Eltern als Lerncoaches“ (https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/stark-fuers-lernen-eltern-als-lerncoaches)

Mikroprojekt „Logbuch Wattenscheid“: Entwicklung eines im Stadtteil einheitlichen Schulplaners für Schüler*innen der Jahrgänge 4 und 5 zur Stärkung der Kommunikation zwischen Schule und Eltern, Medium zur gezielten wechselseitigen Information (siehe Kommunales Konzept Kapitel 5.1.1.). Mikroprojekt: https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/ein-gemeinsames-schul-logbuch-fuer-die-4-und-5-klassen-in-wattenscheid

Castrop-Rauxel:

Stärkung der Elternkompetenzen im niedrigschwelligen Format: „Elternuniversität“ – Weiterbildung für Eltern und Fachkräfte zu verschiedenen Erziehungs- & Bildungsthemen

Mikroprojekt „Eltern- und Lehrerbibliothek“: Einrichtung einer Eltern- & Lehrerbibliothek in den Räumlichkeiten der städtischen Bücherei, Informationsmaterialien zu Bildungs- und Alltagsthemen wie z. B. Einschulung, Übergang Elternhaus–Kita, Kita–Grundschule oder Grundschule–weiterführende Schule

Mülheim an der Ruhr:

Mikroprojekt „Mülheimer Schultüte“: Kooperationsprojekt von Grundschulen und der Familienbildung für Eltern von Kindern am Übergang zur weiterführenden Schule, Informationen zum Bildungssystem und Möglichkeiten der Lernunterstützung

Mikroprojekt „Lindgrens Post“: Entwicklung eines Schulplaners zur Stärkung der Kommunikation zwischen Schule und Eltern, Medium zur gezielten wechselseitigen Information (https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/lindgrens-post-einfache-kommunikationswege-zwischen-schule-und-elternhaus)

Partizipation – Echte Elternmitsprache ermöglichen

Einleitung

Einleitung

Grundsätzlich können verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen unterschieden werden. Da sind zunächst die gesetzlich vorgeschriebenen und „klassischen“ Formate, wie Elternabende und Elternsprechtage, oder die Mitwirkung von Eltern in Schulgremien, wie der Klassen- oder Schulpflegschaft. Diese werden jedoch, so eine häufige Klage, nicht mehr in dem Maß von Eltern wahrgenommen, wie Lehrkräfte sich dies wünschen. Insbesondere die Mitarbeit in Schulgremien bedeutet eine „echte“ Mitgestaltungsmöglichkeit der Eltern, ist aber besonders anspruchsvoll. Daher sind nicht alle Eltern(-Milieus) gleichermaßen vertreten.

Mögliche Formen der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen sind:

  • Durch informelle Begegnungsformate (z. B. Unterstützung beim Schulfest oder Elterncafés) kann Vertrauen zwischen Eltern und Schule aufgebaut und Eltern können niederschwellig informiert werden. Sie sind für die Schule verhältnismäßig einfach zu organisieren und auch für die Eltern sind die Zugangsbarrieren relativ gering.
  • Alternative Gestaltung der Gremienarbeit
  • Einbindung bei dauerhaften Formaten (z. B. Familienklassen oder Fortbildungsreihen) ermöglichen -> Empowerment und Selbstwirksamkeit, dauerhafte Bindung
  • Die Einbindung in Mitwirkungsgremien, wie z. B. der Schulpflegschaft, ermöglicht Eltern eine „echte“ Mitsprache innerhalb der Schule. Sie ist aber anspruchsvoll und muss gezielt unterstützt werden.

Eine systematische Einbeziehung der Eltern bei der Entwicklung Kommunaler Konzepte zu Bildungs- und Erziehungspartnerschaften oder weiterer schul-/bildungspolitischer Strategien schafft Mitwirkungsmöglichkeiten über die Schulebene hinaus. Es sind jedoch entsprechende Strukturen, wie z. B. ein Stadtelternrat, oder mit Aufwand verbundene Partizipationsprozesse notwendig.

Ausgangslagen

Ausgangslagen

  • Ein Stadtelternrat für Schulen besteht in keiner der drei Kommunen.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Beteiligung von Eltern im Schulalltag stärkt die formelle und informelle Beziehung zwischen Schulakteuren und Elternschaft. Positive erlebte Zusammenarbeit erhöht die Selbstwirksamkeit der Eltern und ihre Identifikation mit schulischen Themen. Niedrigschwellige Angebote können eine Grundlage für die anspruchsvolle Mitwirkung in Schulgremien schaffen. Insoweit besteht die Chance, durch niedrigschwellige Angebote auch eine echte Mitsprache der Eltern zu erreichen, die in Schulgremien bisher unterrepräsentiert sind.

Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren

  • Eltern, die keine Erfahrung mit Mitwirkungsgremien haben, werden direkt angesprochen und ermutigt.
  • Interessierte Eltern werden für die Arbeit in Mitbestimmungsgremien persönlich vorbereitet oder in Kleingruppen qualifiziert.
  • Neben den Mitbestimmungsgremien bestehen niedrigschwellige Formate, um möglichst vielen Eltern die Möglichkeit der Mitgestaltung zu geben.
  • Ansprechpartner*innen für Belange der Elternmitsprache sind den Eltern bekannt und können zeitnah erreicht werden.
  • Wichtige schulische Informationen und Mitteilungen stehen in einfacher Sprache bzw. in der Muttersprache der Eltern zur Verfügung oder werden durch Sprachmittler weitervermittelt.
  • Vorschläge vonseiten der Eltern werden wertgeschätzt und, wenn eben möglich, umgesetzt.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Informationsveranstaltungen zu Mitwirkungsmöglichkeiten in der organisierten Elternschaft: Inforeihe „Eltern mit Wirkung“, „Eltern mischen mit“, Bochum

Castrop-Rauxel:

Elternbefragung in Coronazeiten

Mülheim an der Ruhr:

Elternforum als Mitwirkungsebene jenseits der üblichen Gremienarbeit (Astrid-Lindgren-Schule)

Handbuch für Elternbeiräte Informationen und Wissenswertes Von Eltern – für Eltern in Kindertageseinrichtungen, LEB NRW, 2016

Hilfreiche Erarbeitungs-/Reflexionsfragen

Hilfreiche Erarbeitungs-/Reflexionsfragen

Die Formen der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen sind unterschiedlich anspruchsvoll für Lehr- und Fachkräfte, aber insbesondere für Eltern. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Lehr- und Fachkräfte vor Ort bei der Entwicklung von Angeboten stets die Fragen beantworten:

  • Welche Möglichkeiten zur Partizipation bietet das gewählte Format für Eltern (z. B. Informationsveranstaltung mit Vortrag versus Workshop mit gemeinsamer Themenerarbeitung)?
  • In welchem Rahmen bzw. zu welchem Thema ist die Partizipation der Eltern, bzw. eine Ko-Konstruktion erwünscht?
  • Wie können Barrieren abgebaut werden, die bestimmte Eltern(-Milieus) an der Teilnahme am Format hindern?
  • Über welche Wege erlangen die Eltern Kenntnis über das Beteiligungsformat?
  • Wie kann eine informelle Vernetzung der Elternschaft Zugangswege zu Beteiligungsformaten für schwerer erreichbare Eltern eröffnen?

Vernetzung im Quartier – Unterstützung durch außerschulische Partner nutzen

Einleitung

Einleitung

In § 5 des Schulgesetzes wird die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern gefordert und wie folgt geregelt: (1) Die Schule wirkt mit Personen und Einrichtungen ihres Umfeldes zur Erfüllung des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags und bei der Gestaltung des Übergangs von den Tageseinrichtungen für Kinder in die Grundschule zusammen. (2) Schulen sollen in gemeinsamer Verantwortung mit den Trägern der öffentlichen und der freien Jugendhilfe, mit Religionsgemeinschaften und mit anderen Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten, die Verantwortung für die Belange von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen tragen, und Hilfen zur beruflichen Orientierung geben. (3) Vereinbarungen nach den Absätzen 1 und 2 bedürfen der Zustimmung der Schulkonferenz.

Wie der gesetzliche Auftrag umgesetzt wird, hängt von den Gegebenheiten vor Ort und dem Zusammenwirken der Kooperationspartner*innen ab.

Ausgangslagen

Ausgangslagen

Synergieeffekte und Unterstützungsmöglichkeiten, die durch Kooperation im Sozialraum entstehen, werden häufig nicht ausgeschöpft.

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die nachfolgenden Ziele konnten als übergeordnete Ziele identifiziert werden. Die Kommunen haben jeweils eigenständige Zielformulierungen erarbeitet.

Die institutionellen und ehrenamtlichen Angebote im Bereich Familienbildung und Beratung sind bekannt. Mit den Akteuren sind abgestimmte und transparente Netzwerkstrukturen aufgebaut worden. Dies ermöglicht eine aufeinander abgestimmte Planung schulischer und außerschulischer Angebote. Durch die Bündelung von Erfahrungswissen und Ressourcen werden Doppelstrukturen vermieden und deckungsgleiche Angebote identifiziert.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Schulen haben einen Überblick über potenzielle Partner im Quartier und kooperieren systematisch mit ihnen.
  • Eltern kennen Unterstützungsangebote im Quartier.
  • „Familienzentren an Grundschulen“ vernetzen schulische und außerschulische Angebote im Stadtteil und passen ihre Angebote auf die Bedarfe der Familien an.
  • Innerhalb der Schule ist geklärt, wer für die Koordinierung des außerschulischen Netzwerkes zuständig ist. Den außerschulischen Partner*innen sind die schulischen Ansprechpartner*innen bekannt.
  • Den Schulen sind die Kontaktdaten, Ansprechpartner*innen, Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereiche der außerschulischen Partner*innen bekannt. Eine Zuordnung der einzelnen Angebote auf die jeweiligen Sozialräume ist gegeben.
  • Der Informationsfluss ist durch regelmäßige Arbeitstreffen, wie z. B. Schulkonferenzen, Runde Tische, organisiert. Die Ergebnisse der Arbeitstreffen werden dokumentiert und den Beteiligten zeitnah zur Verfügung gestellt.
  • Die Nutzung digitaler Medien (Datenbank mit der Auflistung aller Aktivitäten; Erstellen eines Newsletters etc.) unterstützt den Austausch und den Informationsfluss.
    • Das Netzwerk reflektiert in regelmäßigen Abständen, wie die Kooperation zu verbessern ist und welche gemeinsamen Ziele zu verfolgen sind.
    • Die Zusammenarbeit ist geprägt durch Vertrauen und eine konstruktive Gesprächs- und Beziehungskultur.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Infoveranstaltung Wattenscheid: Gemeinsame Veranstaltungen von mehreren schulischen und außerschulischen Akteuren, bei denen sich sowohl Eltern und Schulen besser kennenlernen als auch Eltern untereinander.

Mülheim an der Ruhr:

Kooperation mit Mülheimer Sportbund: Aus punktueller Zusammenarbeit für eine Veranstaltung entwickelte sich eine feste Kooperation mit wöchentlichen Angeboten – Mikroprojekt „Sportprojekttage“ (https://www.eltern-und-schulen.de/aktivitaeten/aktivitaet/sportprojekttage-gemeinsam-stark)

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