Mülheim an der Ruhr - „Eltern und Schulen“ vor Ort

 

Warum widmet sich Mülheim an der Ruhr dem Thema Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen am Übergang von der Grund- in die weiterführende Schule?

Elternarbeit in Mülheim an der Ruhr beginnt bereits mit der frühkindlichen Bildung. Wir wollen Kinder stark machen und ihnen gute Rahmenbedingungen für ihr gesundes Aufwachsen und eine erfolgreiche Bildungsentwicklung geben. Es gibt bereits umfangreiche aufeinander abgestimmte Angebote in der Stadt, die entlang der Bildungskette ineinander greifen. Auch einige Schulen verfügen bereits über Angebote wie Näh- oder Elterncafés, um Eltern anzusprechen und aktiv mit einzubeziehen. Gleichwohl gibt es noch Lücken. Mit der Folge, dass besonders Migrantenkinder vergleichsweise geringere Bildungschancen haben. Fördermöglichkeiten durch die Eltern sind durch ökonomische, soziale und bildungsbezogene Mangelsituationen begrenzt. Schulerfolg soll in Mülheim an der Ruhr unabhängig von der sozialen Herkunft ermöglicht werden. Die Einbeziehung der Eltern wird dabei immer bedeutender.

Im Rahmen von „Eltern und Schulen – Gemeinsam stark“ wollen wir gemeinsam mit den Projektschulen die Herausforderungen für eine gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft in den Blick nehmen. Für bisherige Hürden wie mangelnde Kommunikationsstrukturen oder geringe Wertschätzung sollen Lösungsansätze erarbeiten werden. Dabei gilt es gewisse Standards in den jeweiligen Kollegien nachhaltig zu verankern.  Hemmschwellen gegenüber der Schule aufgrund von Sprachdefiziten oder fehlender Transparenz über Angebote sollen mit Elternaktivitäten überwunden werden, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Als regionales Bildungsbüro wollen wir die Schulen dabei unterstützen, ihren individuellen Weg zu finden, wie sie die Zusammenarbeit mit Eltern stärken können. Dafür gilt es auch Transparenz zu schaffen und neue schulische Netzwerke zu initiieren.


Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern hat viele Facetten.
Welche Schwerpunkte legt Mülheim an der Ruhr im Rahmen
des Projekts „Eltern und Schulen“?

In Mülheim an der Ruhr können wir darauf aufbauen, dass einige Schulen schon positive Erfahrungen mit begleiteten Schulentwicklungsprozessen gemacht haben. Vier Projektschulen konnten wir für das Thema „Eltern und Schulen – Gemeinsam stark“ gewinnen. Gemeinsam wird mit den Lehr- und Fachkräften an den Herausforderungen und Zielsetzungen gearbeitet. Die Schulaufsicht wurde von Projektstart an ebenfalls in den Prozess mit eingebunden. In der Umsetzung werden wir von der Agentur bildungkomplex unterstützt und begleitet.

Folgende Schwerpunkte haben sich die drei beteiligten Schulen gelegt:

Die Gemeinschaftsgrundschule Styrum arbeitet daran, das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Schule zu verbessern und die Partizipation der Eltern zu stärken. Eltern sollen mehr dazu ermutigt werden unter dem Fokus „Lernerfolg des Kindes“ zielführend und kontinuierlich mit der Schule zusammenzuarbeiten.

Die Astrid-Lindgren Gemeinschaftsgrundschule widmet sich der Frage, wie bei einer heterogenen Schüler- und Elternschaft eine echte Schulgemeinschaft entwickelt werden kann. Unter dem Grundgedanken „Vielfalt erleben“ soll die kulturelle Vielfalt an der Schule stärker in den Blick genommen werden.

Die Grundschule am Dichterviertel versucht Instrumente zu entwickeln, wie Elternbeteiligung gestaltet und wie verlässliche und wertschätzende Kommunikationsstrukturen aufgebaut werden können.

Eine Frage, die dabei alle Schulen gleichermaßen umtreibt, lautet: Wie erreiche ich Eltern überhaupt? Die Frage stellt sich vor allem bei den Eltern, bei denen die Zusammenarbeit mit der Schule eine besonders hohe Bedeutung für den Bildungsweg der Kinder hat.


Welche konkreten Aktivitäten plant Mülheim an der Ruhr im Rahmen des Projekts „Eltern und Schulen“?

Ganz konkret überlegen wir - gemeinsam mit den Schulen -, wie wir Formate und Instrumente entwickeln, um Eltern stärker in den Schulalltag einzubinden und zu aktivieren.  Es soll ein dynamischer Kommunikationsprozess in einem Klima des Respekts und Vertrauens entstehen. Die Kommunikation mit den Eltern soll verlässlicher, wertschätzender und lösungsorientiert gestaltet werden. Dabei muss die kulturelle und soziale Vielfalt erforscht und akzeptiert werden. Darüber hinaus ist es uns wichtig, Transparenz über die bestehenden Angebote für Eltern zu schaffen. Die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes soll immer im Fokus stehen.

 

Eine dauerhafte Zusammenarbeit kann jedoch nur gelingen, wenn Angebote und Aktivitäten einen regelmäßigen Charakter haben. Es stellt sich die Frage: Wie bekommen wir das im System verankert? Der Schlüssel dafür sind aus unserer Sicht Schulentwicklungsprozesse, mit denen Schulen in die Lage versetzt werden, sich Themen zu widmen und Veränderungen systematisch in Gang zu bringen. Dazu gehören der intensivere Blick in die Kollegien und Teamstrukturen der Schulen und ein Austausch der Fachkräfte aus den unterschiedlichen Jahrgangsstufen.

 

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Ansprechpartnerin

Sabrina Vetter

Koordinierungsstelle Bildung

Email: sabrina.vetter@muelheim-ruhr.de

Tel.: 0208 – 455 4777

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