Bochum - „Eltern und Schulen“
vor Ort

 

Warum widmet sich Bochum dem Thema Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen am Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule?

„Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen“ und „Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule“ sind im Grunde genommen zwei Themen. Beiden Themen widmet sich Bochum bereits seit einigen Jahren im Rahmen des Regionalen Bildungsnetzwerks Bochum. Die Schaffung guter Rahmenbedingungen für gelingende Bildungsbiographien ist auch eine Zielsetzung und ein Handlungsfeld der aktuellen Bochum Strategie 2030. Durch verschiedene Aktivitäten wollen wir als Bildungsbüro die Bildungslandschaft in Bochum systematisch weiterentwickeln und erfolgreiche sowie wirksame Aktivitäten in den kommunalen Strukturen verankern.

Für den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule entwickelt Bochum seit mehreren Jahren Instrumente im Rahmen des Projekts „Schulen im Team“. In das Gesamtkonzept möchten wir die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule noch stärker einbinden.

Für uns ist es wichtig dazu beizutragen, dass Eltern ihre Kinder durchgehend auf ihrem Bildungsweg begleiten können. Da liegt es nahe, die verschiedenen Lebensphasen eines Kindes in den Blick zu nehmen, wie z. B. die Phase des Übergangs von der Grundschule in die weiterführende Schule. Diese Phase stellt einen sehr entscheidenden Meilenstein in der Bildungsbiographie eines Kindes dar, zumal nicht richtige Entscheidungen bei der Schulwahl Umwege und verlorene Jahre für den Einzelnen bedeuten können. Des Weiteren ist die Einbeziehung der Eltern als Bildungspartner in Bochum ein Thema beim Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“, welches sich dem Übergang von der Schule zum Beruf widmet.


Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen hat viele Facetten.
Welche Schwerpunkte legt Bochum im Rahmen
des Projekts „Eltern und Schulen“?

Eine der Herausforderungen bei der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen ist es, Eltern überhaupt zu erreichen. Dies gelingt aus vielfältigen Gründen nicht bei allen Eltern gleichermaßen. Unter anderem mangelt es für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Teil an gegenseitigem Vertrauen zwischen Lehrkräften und Eltern. Wir möchten mit unseren Aktivitäten zum einen dabei unterstützen, dass Eltern die Schule ihrer Kinder als echten Partner wahrnehmen, zu dem sie Vertrauen haben, und zum anderen Lehrkräfte für die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Eltern weiter sensibilisieren.

Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung der Kinder und Eltern bei der Wahl der weiterführenden Schule. Im Rahmen des Projekts „Schulen im Team“ wurde in Bochum die Broschüre „Weiterführende Schulen in Bochum“ erarbeitet, welche jährlich fortgeschrieben und den Eltern der Viertklässler als Orientierungshilfe an die Hand gegeben wird.

Damit der Beginn an der neuen Schule reibungslos gelingt, haben im Projekt „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ elf Netzwerkschulen in Bochum gemeinsam einen Kompetenzpass entwickelt. Dieser zeigt auf, welche Arbeits- und Präsentationsmethoden die Schülerinnen und Schüler bereits anwenden und welche Formen des Lernens und Arbeitens sie umsetzen können.

Der erfolgreichen Netzwerkarbeit ist es zu verdanken, dass ab dem Schuljahr 2014/2015 alle Grundschulen und weiterführenden Schulen mit dem Bochumer Kompetenzpass arbeiten. Aber wir möchten noch weitere Instrumente entwickeln, die die verschiedenen Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen im Fokus haben.

Bewusst konzentrieren wir uns im Rahmen des Projekts „Eltern und Schulen – gemeinsam stark“ zunächst auf den Stadtteil Wattenscheid. Nicht nur, weil hier der Bedarf besonders groß ist, sondern auch, weil es aus unserer Sicht wichtig ist, im Sozialraum eine Struktur zu schaffen, in der Schulen, Eltern und weitere Akteure zusammenarbeiten können. Die Erfahrungen aus Wattenscheid wollen wir dann nutzen, um ähnliche Strukturen auch in anderen Stadtteilen zu etablieren.

Um Eltern zu erreichen und um die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen systematisch weiterzuentwickeln, sind klare und gefestigte Strukturen wichtig. Für den Bereich frühkindliche Bildung existiert so etwas mit den Familienzentren in KITAS. Unser Ziel ist es, vergleichbare Strukturen auch an Grundschulen zu verankern. Sicherlich werden wir es im Rahmen des Projekts nicht schaffen, diese Strukturen flächendeckend in ganz Bochum zu etablieren. Aber es eröffnet die Möglichkeit, einen Grundstein zu legen.


Welche konkreten Aktivitäten plant Bochum im Rahmen des Projekts
„Eltern und Schulen“?

Für einen unserer Schwerpunkte, die Begleitung des Wechsels von der Primar- in die Sekundarstufe, setzen wir bei der vorgeschriebenen Beratung in den Grundschulen vor dem Übergang an. Die Beratung über die Übergangsmöglichkeiten obliegt den Schulen ohnehin. Neu ist, dass wir eine gemeinsame Informationsveranstaltung in Bochum-Wattenscheid planen, an der die Grundschulen des Stadtbezirks und alle weiterführenden Schulen in Bochum beteiligt werden. Auf diese Weise wird es möglich, erweiterte Angebote zu machen, die einzelne Schulen bei der Beratung alleine nicht leisten könnten. Hierzu zählt z.B. der Einsatz von Dolmetscherinnen und Dolmetschern, die auf der Informationsveranstaltung die Beratung der Eltern in verschiedenen Sprachen ermöglichen sollen. Zudem erhalten bei dieser zentralen Veranstaltung alle interessierten weiterführenden Schulen und außerschulischen Bildungsakteure die Gelegenheit, sich mit ihren Angeboten den Eltern zu präsentieren. Das sehen wir als eine gute Möglichkeit, die Akteure vor Ort zusammenzubringen und darauf aufbauend einen dauerhaften Austausch zu entwickeln.

 

Darüber hinaus möchten wir wirksame Instrumente gerne innerhalb der Kommune weiter verbreiten und verankern. Ein konkretes Beispiel sind die „Familienklassen“, die derzeit als Modellprojekt laufen. Dabei nehmen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern am Unterricht teil. Die Eltern lernen dadurch die Institution Schule besser kennen, erwerben Erziehungskompetenzen und erfahren, dass es hilfreich sein kann, sich gegenseitig zu unterstützen. Aber auch bei den Kindern lassen sich positive Veränderungen im Lern- und allgemeinen Verhalten beobachten. Um das Angebot der „Familienklassen“ auszuweiten, werden wir weitere Schulen gewinnen und Lehrkräfte sowie pädagogisches Personal fortbilden und bei der praktischen Arbeit unterstützen.

 

Logo Bochum

 

Ansprechpartnerin

Melina Sievers

Regionales Bildungsbüro Bochum

Email: msievers@bochum.de

Tel.: 0234 – 910 38 51

Bild Gerhmann Bochum